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Vorweg: Wir sind keine codeverliebten Programmierer, die rechtfertigen wollen, dass sie Spaß daran haben das Webseiten-Rad ständig neu zu erfinden. Wir sind zutiefst ergebnisorientiert. Wenn sich etwas vereinfachen und schneller machen lässt, finden wir das super.

Wir bekommen ständig Anfragen, ob diese oder jene Fertigseite geflickt, leicht modifiziert oder etwas angepasst werden könnte. Dann müssen wir meistens eine Wahrheit aussprechen, die niemand hören möchte: Um irgendwas an Deiner Seite zu verbessern, müssen wir sie eigentlich erst einmal neu aufsetzen. Du hast mit einem Page Builder oder einem Fertig-Theme gearbeitet und das ist leider ein Problem.

Wir mussten uns von Kunden, die das nicht hören wollten schon als “uninformierte Amateure” beschimpfen lassen. Denn “jeder weiß, dass man zum Beispiel mit Divi alles GANZ EINFACH selber machen kann und alle Funktionen, die das Herz begehrt sind da schon drin”. So der Mythos.

Wir hatten auch schon Kunden, die sich zuerst ein Angebot bei uns eingeholt haben, es dann doch selbst mit einem Theme versucht haben und nach einiger Zeit supergenervt zurück kamen mit der Bitte, ihnen etwas ordentliches zu bauen. Oftmals muss man unangenehme Erfahrungen im Leben einfach selber machen. Das kennen wir alle und das ist ok. Manch einer würde sich derartige Erfahrungen aber gerne sparen und gleich etwas ordentliches bekommen. Wenn Du so eine/r bist, dann ist dieser Artikel für Dich!

Wenn etwas zu schön ist um wahr zu sein, ist es meistens falsch.

So ist das auch mit “super einfach zu benutzenden” WordPress Page Buildern wie Divi, Elementor, Beaverbuilder oder den eigenständigen Pagebuildern Jimdo oder Wix, um nur mal die bekanntesten zu nennen. Jeder Provider wie 1&1 oder Strato bietet eigene “ganz einfache” Website-Builder an, die das Leben leichter machen sollen. Dazu gibt es noch tausende von WordPress-Fertigthemes auf Themeforest (von denen zugegeben einige wirklich ganz schick sind) und eine Unzahl anderer Anbieter, die Frameworks und sonstige Webseiten-Kits zur Verfügung stellen.

Ganz einfach selber machen

Alle Pagebuilder, Fertig-Themes, Templates und sonstige Webseiten-Vereinfachungstools haben eins gemeinsam: Sie wollen alles schneller, leichter und unkomplizierter machen. Quasi jeder, so behaupten sie, kann eine Webseite “in wenigen Klicks” selbst zusammenbauen. Hört sich doch erstmal super an.

Was steckt dahinter? Würde Dir jemand erzählen, statt ein Auto zu kaufen, kannst du dir mit wenigen Handschlägen und ganz geringen Kosten eins selber bauen, die ganze Automobilbranche ist ein aufgeplusterter Werbemarkt, der eine Berechtigung für seine überflüssige Existenz sucht. Warum einen teuren Autohersteller bemühen, wenn sich mit ein paar einfachen Tools jeder sein eigenes Auto bauen kann. Würdest Du das glauben?

Das böse Erwachen

Wer schonmal einen Pagebuilder probiert hat, weiß, dass das ursprüngliche Ziel, nämlich Geld und Zeit zu sparen, sich meist ins Gegenteil verkehrt: Nachdem Du Tage und Nächte genervt damit verbracht hast, irgendeine versteckte Einstellung in einem urkomplizierten Benutzerbackend nicht zu finden, um daraufhin stundenlang in der Warteschleife des (genervten) Supports zu hängen, Foren zu durchsuchen und Dich in html und css einzulesen, stellst du fest, dass das was Du wolltest, so nicht geht. Du beißt Dich aber trotzdem durch und hast am Ende eine (mehr schlecht als recht funktionierende) Webseite, die in den meisten Fällen nicht wirklich so aussieht wie Du es Dir anfangs vorgestellt hattest. Von Einfachheit und Schönheit kann oft auch keine Rede mehr sein. Und wahrscheinlich tauchen spätestens bei dem nächsten Update die ersten Probleme auf.

Oder Du gibst irgendwo auf dem Weg auf und engagierst einen Jimdo-, Wix- oder WordPress-Experten, der die Sache richten soll. An diesem Punkt fällt manch einer rückwärts vom Stuhl: Denn es ist teurer die verkorkste, selbst gebaute Webseite wieder gerade zu biegen, als eine ganz neue zu entwickeln. Nicht jeder Webentwickler wird einem das sofort ins Gesicht sagen, aber im Grunde läuft es meistens genau darauf hinaus.

Die Nachteile

In Wirklichkeit limitieren Page Builder Deine Möglichkeiten. Sie machen es schwer bis unmöglich, echte Individualität in eine Webseite zu bringen und verlangen oft für jede Zusatzoption Geld. Das führt dazu, dass am Ende alles viel teurer wird als anfangs gedacht. Du willst ein seit der DSGVO obligatorisches Datenschutz-Kästchen im Kontaktformular? Kein Problem mit der Premium-Version. Du willst einen Webshop? Kein Problem, gibt es – für € 50 im Monat. An diesem Punkt hast Du schon so viel Zeit in Deine Seite investiert, dass Du denkst “naja, muss jetzt wohl durch”. Dann kommen noch weitere Features dazu und jetzt denkst Du “ich hab eh schon den Shop und die Premiumversion, die will ich nicht umsonst gekauft haben”.

Am Ende hast du meistens (auf zwei bis drei Jahre gerechnet) mehr gezahlt als wenn Du gleich eine Webseite vom Fachmann bestellt hättest. Mit einem Unterschied: Du hast alles selbst gemacht und zahlst am Ende noch drauf. Bei vielen Anbietern zahlst du in Monatsbeiträgen, das ist erstmal günstig, aber langfristig einfach sau teuer. Nicht für alle Page Builder entstehen zwingend monatliche Kosten (Divi z.B. kostet einmalig ca. € 250). Aber eines haben sie alle gemein: Am Ende fühlst Du Dich wie ein Idiot, weil du auf eine uralte Masche reingefallen bist: Page Builder sehen nur einfach aus. In Wirklichkeit wird unter der Oberfläche alles komplizierter.

Eine Webseite ist doch kein Rocket Science

Der Unterschied zwischen einer Rakete und einer Webseite ist der, dass eine Webseite digital ist. Du kannst Sie nicht anfassen und sie fliegt nirgendwo hin. Und sie besteht auch aus nichts greifbarem – oder? Nagut, außer Servern vielleicht. Und Computern. Und einem ganzen Park an verschiedenen Endgeräten, der notwendig ist, um zu testen ob eine Webseite auch auf allen Smartphones, Tablets, Ultrabooks, Touch-Laptops, Riesen-UltraHD-Bildschirmen, Betriebssystemen und zig verschiedenen Browsern schnell und sicher läuft und dabei gleichbleibend gut aussieht.

Vielleicht braucht die Person, die das macht auch ein Büro, einen Arbeitsplatz, ein Auto um Kunden zu besuchen. Und dann wäre da noch die Zeit, die von Webentwicklern seit Jahrzehnten darauf verwendet wird, Technologien wie Serversysteme, Programmiersprachen, Browser, Dateiformate, Content Management Systeme, Plugins, Shopsysteme, Designs und vieles mehr zu erfinden, weiterzuentwickeln und stetig zu optimieren.

Unterm Strich sind Webseiten ein Universum, dass mittlerweile so umfangreich ist, dass kaum ein einzelner Mensch es komplett durchdringen und beherrschen kann. Hinter einer Webseite, die für den User ganz unkompliziert und scheinbar “spielerisch” funktioniert, stecken mindestens Tage, meistens aber Monate oder gar Jahre von Arbeit. Täglich kommen neue Frameworks, Page Builder, Content Management Systeme (CMS), Themes, Templates, Tools, Softwares, Serversysteme, Programmiersprachen und Updates für die bestehenden Systeme und Plugins heraus.

Ist doch toll, wenn all das von einem Page Builder vereinfacht wird?

Ja, es ist toll wenn all das vereinfacht wird – genau das tun Webentwickler. Sie picken all die bereits vorhandenen Systeme, Plugins und Codeschnipsel heraus und fügen diese zu einem Endprodukt zusammen, um ein möglichst schnelles, sicheres, einzigartiges und ansprechendes Resultat zu erzielen.

Ein Pagebuilder tut genau das Gegenteil. Ein Pagebuilder ist langsamer, unsicherer, schlechter auffindbar über Suchmaschinen, komplizierter im Umgang und sieht entweder total schlimm aus oder (im optimalen Ausnahmefall) wie jede andere Fertigwebseite. Früher oder später raubt Dir das alles den letzten Nerv und Du entscheidest Dich entweder für etwas Neues oder gibst das Thema Webseite resigniert auf.

Stichwort Responsivität

Bestimmt kennst du Webseiten, die am PC gut aussehen, auf dem Smartphone aber eher wie ein kubistisches Web-Kunstwerk. Irgendwer hat versucht diese Webseite responsiv zu machen und dabei kläglich versagt. Obwohl mitlerweile 70% bis 80% des Webtraffics über mobile Endgeräte (Smartphones) kommt, sind viele Webseiten darauf überhaupt nicht eingestellt. Unter diesen gruselig aussehenden Webseiten sind überraschend oft auch Page Builder – und das obwohl diese überall anpreisen “responsiv” zu sein und einwandfrei auf allen Geräten zu funktionieren. Wie kann das sein?

Wer sich mit HTML und CSS auskennt weiß, dass es ist überhaupt nicht möglich ist, ein Fertigsystem zu entwickeln, das – nachdem Du darin “herumgepfuscht” hast – noch auf allen Geräten gut aussieht. Tausendmal probiert – nie hat es geklappt. Denn es gibt mittlerweile so viele verschiedene Geräte, dass jeder Inhalt auf allen Geräten unter technischen und ästhetischen Gesichtspunkten neu angepasst und ausgerichtet werden muss. Wer behauptet, er könnte das voll automatisieren, lügt. Hinzu kommt, dass eine Tabelle oder ein zu großes Bild, das Du manuell eingefügt hast, vom Page Builder nicht wie von Geisterhand einfach umgebaut und für Smartphones angepasst werden kann. Selbst wenn der Pagebuilder an sich einigermaßen auf Smartphones angepasst ist, musst Du immernoch Deine Inhalte anpassen – und auch da brauchst du meist wieder Skills in HTML und CSS.

Deshalb unser Rat unterm Strich: Lass es einfach bleiben. Du machst Dich unglücklich.

Nichtmal für kleine Seiten?

Nein. Aus den meisten kleinen Seiten sollen irgendwann doch größere Projekte werden. Dann muss alles umgezogen werden auf ein größeres System. Und all die Kosten die Du schon für Deinen Page Builder hattest, kommen noch einmal für einen Webentwickler auf dich zu. Machs lieber gleich richtig. Oder besser gesagt: Lass es richtig machen.

Du wirst beim Umstieg all Deinen Content händisch auseinander frickeln und dann in der neuen Webseite neu zusammensetzen und neu formatieren müssen. Gerade wenn Du einen Blog, eine umfangreiche Infoseite oder einen Webshop betreibst, ist das eine Höllenarbeit. Denn Builder wie beispielsweise Divi oder Elementor versauen den kompletten Inhalt deiner Seite mit Shortcodes. Die anderen Builder geben Dir keine sinnvolle Exportversion. Der Umstieg zwischen zwei verschiedenen Systemen ist immer eine riesen Sauerei.

Du kannst das schon so machen, aber das ist dann halt kacke.

Wenn Du unbedingt Deine Zeit damit verbringen möchtest etwas zu bauen, dass am Ende nicht gut aussieht, nicht so funktioniert wie Du es Dir vorgestellt hattest und dafür auch noch teuer ist, nur zu. Ansonsten bist Du gut beraten, wenn Du den Fachmann ran lässt und Dich selbst auf das konzentrierst, worin du gut bist – Deine Passion, Dein Business. Davon hast Du am Ende mehr.

Mancheiner wird sagen: “besser als nichts, ich hab kein Budget und möchte einfach irgendwie meine Öffnungszeiten online stellen”. Man sollte sich dann aber fragen, welchen Eindruck man nach Außen erweckt und ob es nicht vielleicht besser ist, erstmal keine Webseite, sondern nur eine gedruckte Visitenkarte zu haben und einen Eintrag bei Google Maps oder eine Facebook Page.

Eine schlechte Webseite hält Kunden eher ab. Nach dem Motto “Wenn dieser Laden nichtmal Wert auf eine ordentliches Aushängeschild – seine Webseite – legt, wie soll ich ihm glauben, dass er Wert auf die Qualität seiner Produkte legt?”. Du sagst mit Deiner Webseite etwas über Dich. Und wenn Du die schnelle Billigversion nimmst, die wie jede andere aussieht und eher schlecht als recht funktioniert … naja, dann ist das eben auch die Botschaft, die Du an Deinen Kunden kommunizierst.

Schande über uns.

Wir haben diese Webseite hier mit einem Page Builder gebaut. Weil wir ständig von Kunden gefragt werden ob es nicht schneller und günstiger mit einem Fertigtool geht, haben wir 250€ investiert und den König aller Page Builder (Divi) angeschafft. Und wir sind daran verzweifelt.

Am Ende haben wir fast alle “Features”, die Divi mitbringt mit eigenem Code überschrieben. Das war eine absolute Sauarbeit. Die Webseite ist jetzt langsamer, anstrengender im Gebrauch und sie so hinzubiegen, dass man von außen nicht sieht, was unter der Haube ist, hat ca. 5 mal so lange gedauert wie normal. Wir machen das garantiert nie wieder! Weder für unsere Kunden, noch für uns selbst. Und eines Tages werden wir diese Webseite umbauen und dann all die schönen Inhalte von nervigen Codeschnipseln befreien müssen. Das Gute ist: Jetzt wissen wirs. Endgültig. Und keiner unserer Kunden wird je darunter leiden müssen.

Alternative?

WordPress ist das mit Abstand weitverbreitetste Content Management System der Welt und die perfekte Grundlage für eine Webseite, die sich von Dir kinderleicht bedienen und von uns kinderleicht programmieren lässt. Außerdem lässt sie sich mit einem individuellen Theme jederzeit in jede Richtung weiterentwickeln. Tausende Plugins für alle erdenklichen Anwendungszwecke sorgen dafür, dass sich auch komplizierte Formulare, Webshops, Buchungssysteme, und vieles mehr problemlos und kostengünstig integrieren und an Deine Bedürfnisse anpassen lassen.

Du wirst immer ohne Probleme einen Entwickler finden, der mit WordPress umgehen kann. Und er wird Dir die Füße küssen, dafür dass Du mit einer händisch programmierten Seite, statt mit einem fertigen Theme oder Page Builder zu ihm kommst.

Als Frontend-Framework benutzen wir Bootstrap, das macht es etwas schneller und einfacher für uns. Bootstrap ist das weitverbreitetste Web-Framework der Welt, auch damit kann so ziemlich jeder Webentwickler arbeiten. Es ist sehr simpel, minimalistisch, schnell und anpassbar.

PS:

Wir müssen noch eine Lanze brechen: Es gibt auch Webdesigner, die mit Page Buildern wirklich ansehliche Resultate erzielen. Allerdings nicht wegen, sondern trotz der Page Builder. Ihre Webseiten sind nicht günstiger und sie haben immer noch das Problem, dass der Code total verbaut und daher langsam und unangenehm für Suchmaschinen ist. Außerdem bleiben sie natürlich auch in ihrem Funktionsumfang weiterhin beschränkt und meist blickt niemand außer dem ursprünglichen Ersteller der Webseite mehr durch was wie zusammengesetzt wurde. Aber das ist nur unsere Meinung. 😉